Gutachten zum Dacheinsturz der Elisabethkirche - neues Dach bis Jahresende

Gutachten zum Dacheinsturz der Elisabethkirche - neues Dach bis Jahresende

Gutachten zum Dacheinsturz der Elisabethkirche - neues Dach bis Jahresende

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Gutachten zum Dacheinsturz der Elisabethkirche - neues Dach bis Jahresende

KASSEL (16.9.26). Fehlender bzw. unregelmäßiger Leim waren der Grund für den Dacheinsturz der Elisabethkirche im November 2023. Diese Erkenntnis aus dem Juli 2024 bestätigte jetzt die Materialprüfung vor. Prof. Werner Seim, Bauingenieur der Universität Kassel. Das Problem sei von außen nicht erkennbar gewesen. Die „Hessisch-Niedersächsische Allgemeine“ berichtete zuerst von diesen Erkenntnissen in der Ausgabe vom Dienstag (15.9.26). Pfarrer André Lemmer freut sich, dass noch in diesem Jahr die Kirche ein neues Dach bekommt und dann wieder geöffnet werden kann. Schäden waren nicht erkennbar.

Bereits im Juli 2024 – knapp ein halbes Jahr nach dem Einsturz - hatten Bistum Fulda und Kirchengemeinde Sankt Elisabeth die Ergebnisse eines eigenen Gutachtens veröffentlicht. Die beauftragten Ingenieure hatten damals schon ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren als Grund erkannt, die die tragende Dachkonstruktion des Kirchbaus von 1959/1960 im November 2023 überraschend zusammenbrechen ließen. „Der Einsturz lässt sich nicht auf eine einzelne Ursache zurückführen“, hieß es in dem Gutachten der Firma „HAZ - Beratende Ingenieure für das Bauwesen“. Die verschiedenen Ursachen seien vorab auch nicht erkennbar gewesen, betonte der geschäftsführende Gesellschafter, Dr. Ing. Ulrich Huster. „Die 63-jährige Standzeit ohne ein besonderes Lastereignis zum Einsturzzeitpunkt lässt den Schluss zu, dass es einen Schadensfortschritt im Laufe der Standzeit gab. Bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Tragfähigkeit nicht mehr ausreichend war“, heißt es dazu zusammenfassend in dem Gutachten. Zum einen wurden die Verbindungen im Firstbereich aus heutiger Sicht zur Bauzeit mangelhaft ausgeführt. Zudem müssten die Träger nach dem heutigen Stand der Technik größer dimensioniert sein, als es den Normen der Bauzeit entsprach. Hinzu kommt, dass über Jahrzehnte hinweg witterungs- und konstruktionsbedingte Zusatz-Spannungen in der Dachkonstruktion auftraten – vor allem wegen der vergleichsweise festen Verbindungen zwischen Dachbinder und Stützen

Neues Dach bis Jahresende  

Im Sommer wurde der Bauantrag für ein neues Dach von der Stadt Kassel genehmigt. Ab Ende September kommt der zeltartige Planenschutz vom offenen Kirchdach und vorgefertigte Dachelemente aus Holz und Metall bilden ein neues Dach. Ende des Jahres soll die Kirche dann wieder für Gottesdienste und Veranstaltungen geöffnet werden können. „Wenn alle Gemeindemitglieder auch wieder in die Kirche dürfen, werden wir uns auch mit Details beschäftigen, wie der zerstörten Madonna oder anderen Spuren des Dacheinsturzes und wie damit umgegangen wird“, so Marcus Leitschuh, Projektleiter für die Kultur in der Elisabethkirche. Nach seinen Vorstellungen wird dieser Ort auch in Zukunft die „Wunden des Einsturzes bewahren“ und als Ort existieren, der nicht wieder „fix und fertig aussieht“.

Im documenta-Sommer wird der Künstler Jan St. Werner in einer Begleitausstellung Pfeifen der zerstörten Bosch-Bornefeld-Orgel zum Klingen bringen.  Eine Arbeitsgruppe aus Pfarrei Sankt Elisabeth und Bistum Fulda erarbeitet aktuell ein langfristiges Konzept für den Ort. Auch durch eine großangelegte Umfrage war bestätigt worden, dass die Menschen sich an diesem zentralen Ort eine kirchliche Präsenz wünschen, die gleichzeitig Glauben, Kultur und Leben verbindet. In diesem Sinne wird der Ort in den kommenden Jahren sicherlich auch noch einmal sein Gesicht verändern. Bei der „Nacht der offenen Kirchen“ wird Ende September zwar die Kirche noch nicht offen sein, aber an den Bauzäunen wird eine Bauzaunplanenausstellung an bewegende Kunstwerke der letzten Jahrzehnte im Inneren der Elisabethkirche erinnern und die Vorfreude auf die Wiedereröffnung stärken, ist sich Pfarrer André Lemmer sicher. 

Mehr Informationen unter www.zukunft-elisabethkirche.de

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